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RESANITA
 

GO WEST,

Thematisch ist der Titel GO WEST eine Abwandlung des von RESANITA gefundenen Buches √ľber Pionierinnen des 19. Jahrhunderts. Ein Buch in dem sie sich - nicht ohne Ironie - in ihrem feministischen Schaffen gespiegelt fanden. Bei RESANITA die hier mit einem mobilen Schutzhaus als Pionierinnen des aufgekl√§rten Westerns/Westens einen modernen ‚ÄěPlanwagen‚Äú zu einer Unterkunft umbauen und mit einem metaphorischen Herdfeuer auch im White Cube am Anfang stehen, ist das romantische Reisen mit politischen Fragen der Migration verbunden.
(Katrin Bucher-Trantow, Kunsthaus Graz)

GO WEST - Andrea Fian / Irmgard Schaumberger / RESANITA
Ausstellung / Installation, Villa Wei√ü, Verein zur F√∂rderung der bildenden und darstellenden K√ľnste, Marktplatz 56, Ligist

5. - 30. April 2014

Go West/Video

photo © garfield trummer

Hybride Darstellungen GO WEST / Iris Uranitsch

In der Ausstellung GO WEST werden Arbeiten von K√ľnstlerinnen pr√§sentiert, deren formale Zug√§nge nicht verschiedener sein k√∂nnten. Gemeinsam behandeln sie mehrere Fragen, jede aus ihrer eigenen individuellen k√ľnstlerischen Position heraus. GO WEST kann als Metapher f√ľr die Komplexit√§t kultureller √úberschneidung aufgefasst werden. Dichotomien versuchen die K√ľnstlerinnen zu vermeiden. Ihre Arbeiten stehen exemplarisch f√ľr gesellschaftliche Entgrenzung. Begriffe, welche im eurozentristischen kollektiven Ged√§chtnis als entgegengesetzt verstanden werden, wie Kultur | Natur, Mann | Frau, das Eigene | das Fremde werden von den K√ľnstlerinnen aufgenommen und verarbeitet.

Die Reise | die geographische Richtung - in die WESTsteiermark ‚Äěreisen‚Äú - in den Ausstellungsraum der VILLAWEISS in Ligist reisen, als K√ľnstlerin wie auch als Rezipientin. Die Stadt | Land Thematik - die f√ľr die Kunst, welche insgesamt vermehrt im urbanen Raum verortet ist, in der Provinz andere Kommunikationsm√∂glichkeiten zul√§sst und wieder neue Aufgaben stellt. Der Wilde Westen | AMERIKA! ‚Äď Emigration der Europ√§erInnen nach Amerika ‚Äď Amerikas Besiedelung, wo Frauen eine ma√ügebende Rolle einnahmen, ihre Familien eigenst√§ndig oder im Frauenverband versorgten. Eindimensionale Geschichtsschreibung √ľbergeht ungez√§hlte Male die gesellschaftliche Realit√§t, beschr√§nkt die Rolle der Frau und des Mannes auf Klischees von Weiblichkeit und M√§nnlichkeit. GO WEST bezieht sich auch auf die Kontroverse mit den von Frauen erschaffenen Lebens- und Kulturr√§umen. Nicht au√üer Acht zu lassen: das R√ľckwirken der amerikanischen Kultur auf die europ√§ische - und umgekehrt. Das Lagerfeuer und die Suppe aus dem Kessel im ‚ÄěWesternstil‚Äú sind bewusst performativ inszeniert. Die K√ľnstlerinnen ironisieren die Ernsthaftigkeit des Umgangs mit kulturellen Grenzziehungen. Gibt es Grenzen im ‚Äěglobal village‚Äú?

Die K√ľnstlerinnen fragen in ihren Werken nach dem grenz√ľberschreitenden Potential der Kunst, der Macht der Konstruktion von normativen Idealen und der Dekonstruktion von Geschlechterrollen.

RESANITA beachten Kultur | Natur, wobei ein Blickpunkt im Spannungsfeld von Kultur | Natur- R√§umen zu finden ist. Sie brechen mit der Typologie von R√§umen, bringen Pflanzen ins Museum, transportieren so die Natur in den Kulturwirkungskreis und sprechen damit den Betrachter direkt an traditionelle Raumvorstellungen zu reflektieren. RESANITAS Interventionen sind oft Botschaften im Auftrag der Humanit√§t, das Glashaus bei der Leechkirche in Graz war ein Zitat zur Problematik der Fl√ľchtlinge, das Eigene | das Fremde wird thematisiert. RESANITA werden f√ľr die Ausstellung einen PKW zu einer Behausung umbauen; angelehnt an die Frauen die durch die Pr√§rie des Wilden Westens zogen und ihre W√§gen auf dem langen Weg von der Ost- zur Westk√ľste Amerikas zum Wohnraum umfunktionierten.